Unsere Art zu arbeiten ist stark von der orangen Werteebene in Spiral Dynamics geprägt. Dies zu reflektieren, lohnt sich.
Die orange Werteorientierung ist auf Leistung, Wettbewerb und Optimierung gepolt.
Die Erwartung an eine Führungskraft ist, dass sie anspruchsvolle Ziele steckt, Mitarbeitende aktiv fördert und fordert, viel Eigenverantwortung und Leistung verlangt. Die Führungskraft hat hohe Ansprüche an sich selbst, sie ist motiviert durch ihren eigenen Erfolg und den ihres Teams oder Unternehmens, sie misst sich und andere im Wettbewerb um die beste Performance. Die Art des Wirtschaftens ist auf materiellen Erfolg ausgerichtet, auf Gewinnstreben und Wohlstand. Die zugrundeliegenden Werte sind Autonomie, Pragmatismus, zielorientiertes Handeln, strategisches Denken, Fortschritt.
Eine ausgewogene Ausprägung dieser Werteebene kann sich in einem Führungsverständnis zeigen, welches deutlich Verantwortung an die Mitarbeitenden delegiert und nicht mehr alles selbst entscheiden muss. Die neuen Regeln des Zusammenarbeitens sind nicht mehr so stark standardisiert, sondern darauf ausgerichtet, möglichst effizient zu handeln, aus Prozessen zu lernen und sie kontinuierlich zu verbessern. Agile Arbeitsweisen ermöglichen eine hohe Flexibilität und effizienten Einsatz von Ressourcen.
Wenn Orange jedoch zu stark ausgeprägt ist, kann der Leistungsanspruch bewirken, dass Menschen über Grenzen gehen, Ziele zu hoch stecken, Ressourcen über die Maßen ausbeuten. Führungskräfte sind dann nicht mehr in Kontakt mit ihren Mitarbeitenden, sondern getrieben von Zahlen, Daten, Key Results. Burn-Out ist für diese Haltung der typische Ausdruck.